Scutigera coleoptrata (Linnaeus, 1758)
Spinnenassel, Spinnenläufer
Scutigeridae, Spinnenasseln | Chilopoda-Hundertfüßer
Beschreibung
Spinnenläufer sind vor allem im Mittelmeergebiet verbreitet, wurden jedoch auch in Weinberge in Südwestdeutschland eingeschleppt, die im Regelfall in sonnigen Gebieten liegen. Sie ernähren sich von Insekten und Spinnen, vor allem von Fliegen und werden so von Weinbauern als nützliche Schädlingsvertilger geschätzt. In Deutschland ist die Art überwiegend in Häusern verbreitet; im Südbadischen (Kaiserstuhl-Gebiet) kann man die Tiere auch außerhalb menschlicher Bauten antreffen.
Sie gehören zu den schnellsten Läufern unter den Gliederfüßern und können Geschwindigkeiten bis zu 420 Millimetern pro Sekunde (~ 1,5 km/h) bei einer Schrittweite von 33 Millimetern erreichen. Dies wird durch verschiedene Anpassungen ermöglicht. Die im Vergleich zu anderen Hundertfüßern reduzierte Beinzahl mit entlang des Rumpfs zunehmender Länge erlaubt eine freie, weit ausholende Bewegung der einzelnen Beine. Dabei ermöglicht die komplexe Muskulatur eine rotierende Bewegung an den vergrößerten Coxae, wobei das Bein weiter nach hinten als nach vorne bewegt und Kraft zugunsten der Geschwindigkeit geopfert wird. Die reduzierte Zahl an Rückenplatten versteift den Rumpf, um seitliche Schlängelbewegungen zu verringern. Der für die schnelle Fortbewegung benötigte Stoffwechsel wird durch ein hoch entwickeltes Atmungssystem unterstützt, das aus sich mehrfach verzweigenden Tracheen besteht, die muskulär versorgt sind, um durch 90 bis 200 Pumpbewegungen pro Minute den Gasaustausch zu erhöhen. Als Blutfarbstoff kommt wie bei anderen Scutigeridae Hämocyanin vor.
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