Scytodes thoracica (Latreille, 1802)
Gewöhnliche Speispinne, Speispinne, Leimschleuderspinne
Scytodidae, Speispinnen | Araneae-Webspinnen
Beschreibung
Scytodes thoracica ist eine aus dem Mittelmeerraum eingewanderte Art. Dort lebt sie vorwiegend unter Steinen. In Deutschland kommt sie fast ausschließlich in Häusern vor (synanthrop) und ist nur sehr selten im Freiland anzutreffen. Es ist anzunehmen, dass Scytodes thoracica z.B. in Deutschland weiter verbreitet ist. Durch ihre sehr versteckte, nachtaktive Lebensweise wird die Spinne nur relativ selten gefunden; etwa dann, wenn sie auf Nahrungssuche an Wänden entlang läuft.
Der Spritzvorgang, der Scytodes thoracica den deutschen Trivialnamen „Leimschleuderspinne” eingebracht hat, geht innerhalb von 0,14 Sekunden vor sich, und kann mit bloßem Auge nicht wahrgenommen werden. Bei Beobachtungen erkennt man den erfolgten Spritzvorgang nur daran, dass das Beutetier plötzlich reglos verharrt.
Diese Fangmethode ist äußerst effektiv, da die Leimfäden zudem mit Gift durchsetzt sind und besonders weichhäutige Beutetiere dadurch nicht nur mechanisch gefesselt, sondern auch noch gelähmt werden, bevor die Spinne den eigentlichen Giftbiss ansetzt. Der giftige Leim entstammt stark abgewandelten Giftdrüsen, die den Großteil des Prosomas ausfüllen und ihm die charakteristische Form verleihen. Sie sind zweigeteilt: Die größere produziert den Leim und die kleinere das Gift.
Scytodes thoracica erbeutet unter anderem Silberfischchen, Fliegen, Mücken, Schmetterlinge und andere Spinnen. Auch eigener Nachwuchs wird ab einem gewissen Alter (etwa nach der zweiten Häutung) gefressen.
Bei Scytodes thoracica können Paarungen das ganze Jahr über beobachtet werden. Dabei gibt es zwischen verschiedenen europäischen Formen deutliche Unterschiede im Verhalten beim Vorspiel und bei der Kopulationsstellung. So erwies es sich bei Versuchen z.B. als fast unmöglich, mitteleuropäische mit mediterranen Tieren zu verpaaren.
Die Eiablage von Scytodes thoracica erfolgt im Hochsommer. Während der Entwicklung der Jungen in den Eiern bleibt die Mutter meist im Gespinst und legt den Kokon nur selten ab. Ca. 28 bis 31 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Jungspinnen, verlassen den Kokon und verteilen sich in einem Gewebe, das die Mutter zuvor angelegt hat. Einige Tage später häuten sie sich zum zweiten Mal und begeben sich etwas später auf Nahrungssuche, wobei es durchaus zu Kannibalismus kommen kann. Schon in diesem frühen Stadium sind die Speispinnen in der Lage, ihre Beute durch „Leimschleudern” zu fangen.
Scytodes thoracica benötigt sieben Häutungen bis zur Geschlechtsreife. Die gesamte Entwicklung dauert über ein Jahr. Männchen der Leimschleuderspinne leben 1,5 bis 2 Jahre, Weibchen werden bis zu 3 Jahre alt.
Scytodes thoracica. (23. Januar 2020). Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V., . Abgerufen am 14. Mai 2020, 19:31 von https://wiki.arages.de/index.php?title=Scytodes_thoracica&oldid=118963.